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Wie schneiden Garmin, Apple Watch, Oura Ring und Whoop beim Schlaftracking im Vergleich ab?

Von Jiri Kaloc

Mit der wachsenden Zahl an Wearables, die versprechen, deinen Schlaf zu tracken, stellt sich die Frage: Welches Gerät liefert tatsächlich die genauesten Ergebnisse? Eine neue Studie von The Quantified Scientist in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg hat genau das untersucht – und 15 Wearables im Schlaflabor getestet. Die Ergebnisse sind da – und sie fallen anders aus, als viele erwarten würden.


Was war der Goldstandard im Vergleich?

Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Wearables Schlafphasen am besten erfassen: Tiefschlaf, Leichtschlaf, REM-Schlaf und Wachzeiten.

18 Teilnehmer*innen wurden über fünf Nächte hinweg unter verschiedenen Bedingungen beobachtet: normaler Schlaf, eingeschränkter Schlaf, Erholungsschlaf und verlängerter Schlaf. Dabei trugen sie gleichzeitig mehrere Geräte – darunter bekannte Marken wie Apple Watch, Oura Ring, Whoop, Fitbit und Garmin sowie weniger bekannte Optionen wie der Circle Plus Ring und die Sleep 2 App (entwickelt von der Universität Salzburg).

Als Referenz diente der Goldstandard der Schlafforschung: die Polysomnographie. Dabei werden mithilfe spezialisierter Sensoren verschiedene physiologische Funktionen gemessen – darunter Gehirnaktivität, Herzfrequenz, Atemmuster und Augenbewegungen während des Schlafs.


Wer sind die Gesamtsieger?

Die Studie identifizierte drei klare Spitzenreiter. Ihre Geräte zeigten die höchste Übereinstimmung mit den Daten der Polysomnographie und sind damit für die meisten Nutzer*innen die beste Wahl.

Apple Watch überzeugte besonders bei der Erkennung von Wachphasen und lieferte solide Ergebnisse für Leicht- und REM-Schlaf. Schwächen zeigte sie allerdings bei der Genauigkeit im Tiefschlaf.

Oura Ring war insgesamt am konstantesten über alle Schlafphasen hinweg und besonders stark bei der Erfassung von REM- und Leichtschlaf.

Whoop (neuer Algorithmus) performte nahezu auf dem Niveau des Oura Rings, insbesondere bei REM- und Leichtschlaf. Bei der Erkennung von Wachphasen lag es jedoch etwas zurück.

Zwei weitere Marken lagen im soliden Mittelfeld.

Fitbit (mit älterem Algorithmus) zeigte ordentliche Ergebnisse, vor allem im REM-Schlaf, konnte aber nicht ganz mit den Top 3 mithalten. Laut Studie könnte der neuere Algorithmus hier Verbesserungen bringen.

Garmin bewegte sich konstant im mittleren bis unteren Bereich. Die Geräte schnitten besser ab als die schwächsten Kandidaten, hatten aber deutliche Probleme bei der REM-Schlaf-Erkennung.

Circle Plus Ring schnitt in allen Kategorien schlecht ab und war in dieser Studie die unzuverlässigste Option.


Nuancen und Überraschungen

Genauigkeit bedeutet nicht nur gute Durchschnittswerte – entscheidend ist auch, wie zuverlässig ein Gerät Veränderungen von Nacht zu Nacht erkennt.

Die Studie zeigte:

  • Oura Ring und Whoop erkennen Schwankungen im REM- und Leichtschlaf am besten
  • Die Apple Watch ist am genauesten bei Wachphasen, aber weniger zuverlässig beim Tiefschlaf
  • Fitbit und Garmin zeigen größere Schwankungen, wobei Fitbit im REM-Schlaf besser abschneidet

Ein wichtiger Punkt: Kein Gerät funktionierte für alle gleich gut.

  • Manche Nutzer*innen bewerteten die Apple Watch als sehr präzise, andere deutlich schlechter
  • Auch beim Oura Ring gab es starke Unterschiede zwischen einzelnen Personen
  • Whoop war am konstantesten – selten das schlechteste Gerät, aber auch nicht immer das beste

Diese Unterschiede zeigen: Deine persönliche Erfahrung kann deutlich vom Durchschnitt abweichen.


Das richtige Wearable wählen

Die Wahl des passenden Wearables hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Schlaftracking für dich jedoch Priorität hat, liefert die Studie eine klare Orientierung:

  • Beste Gesamtgenauigkeit: Oura Ring oder Whoop (mit neuem Algorithmus)
  • Beste Erkennung von Wachphasen: Apple Watch
  • Preisbewusste Option: Fitbit – vor allem mit Blick auf den neuen Algorithmus
  • Nicht empfehlenswert: Circle Plus Ring

 

Wichtig zu wissen: Wie jede Studie hat auch diese ihre Grenzen. Die Stichprobe war mit 18 Teilnehmer*innen relativ klein und Personen mit schweren Schlafstörungen wurden nicht berücksichtigt.