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Ein großes Thema bei der diesjährigen Tour de France ist die Radsportler, die nicht mitfahren können. Sei es, weil sie bereits vor dem Start, wie Sam Bennett, oder während des Rennens, wie der siebenfache Gewinner des Grünen Trikots Peter Sagen vor Etappe 12, aussteigen mussten.

Roglič war einer der Top-Favoriten auf das Gelbe Trikot, bevor er zweimal stürzte. Sagan war sogar favorisiert die Punktewertung zum achten Mal zu gewinnen. Aber auch der Bora-Hansgrohe-Fahrer stürzte früh im Rennen, nachdem er von seinem Konkurrenten, Caleb Ewan von Lotto-Soudal, zu Fall gebracht wurde.

Ewan schied sofort mit einem Schlüsselbeinbruch aus. Sagan schien den Sturz jedoch unverletzt überstanden zu haben. Offensichtlich täuschte der Schein, denn er war während des Rennens praktisch unsichtbar, mit nur drei Top-10-Etappenplätzen auf seinem Konto. Normalerweise wäre er bei den Zwischensprints aktiv gewesen und hätte auf den hügeligeren Etappen gegen die reinen Sprinter gekämpft, aber Sagan war nicht im Spiel.

 

Genauso wenig wie sein Team, das seinen Starfahrer zu meiden scheint, und er sie. Vielleicht lag das an den Berichten, die behaupteten, dass Sagan kurz davor war, beim Team TotalEnergies zu unterschreiben. Und vielleicht war das auch der wahre Grund, warum er die Tour verließ. Der offizielle Grund allerdings sind Knieschmerzen aufgrund einer Schleimbeutelentzündung. Es ist sicherlich möglich, dass der Sturz mit Ewan in der 3. Etappe seinen Zustand verschlimmert hat.

Aber war es nur ein Zufall, dass Bora-Hansgrohe seinen ersten Etappensieg dank einer beeindruckenden Soloflucht des deutschen Fahrers Nils Politt an dem Tag erzielte, an dem Sagan die Tour verließ? Wir werden es nie erfahren, doch es war vermutlich mehr im Spiel, als man auf den ersten Blick sieht.

Was für ein Szenario für Mark Cavendish, der bei der Tour nur dabei ist, weil Bennett wegen einer Trainingsverletzung ausfiel und nun die beiden stärksten verbliebenen Rivalen um das Grüne Trikot los ist. Es scheint, als müsste er das Rennen einfach nur beenden, um es in Paris auf dem Podium zu tragen.

Das könnte schwieriger werden, als es sich anhört. Sein Deceuninck-Quick-Step Team hat auf den vorherigen Bergetappen sehr hart gearbeitet, damit Cavendish das Zeitlimit für das Beenden der Etappen nicht überschreitet. Und jetzt liegen noch härtere Bergetappen vor ihm.

Er und sein Team konzentrieren sich außerdem darauf, dass Cavendish den Rekord von Eddy Merckx von 34 Tour-Etappensiegen bricht. Der 36-jährige Cavendish hat jetzt 33 Tour-Etappensiege. Nach den bisher gefahrenen 12 Etappen bleiben nur noch drei, die den Sprintern liegen, zwei davon nach den Pyrenäen.

Mark Cavendish
Nils Politt und Mark Cavendish beim Start der 13. Etappe. © Profimedia

Wenn Cavendish und Deceuninck-Quick-Step das Grüne Trikot gewinnen und den Rekord von Merckx brechen wollen, müssen sie die drei kommenden Bergetappen überstehen. Beides ist durchaus möglich. Cavendish hat einen großen Punktevorsprung auf seinen engsten Rivalen im Grünen Trikot, Michael Matthews (Team BikeExchange), mit 221 zu 162 Punkten. Jasper Philipsen (Alpecin-Fenix) liegt bei 142 und Sonny Colbrelli (Team Bahrain Victorious) bei 138 Punkten.

Matthews kann sich glücklich schätzen, in dieser Position zu sein, denn ihm hätten Punkte abgezogen werden können, weil er während eines Zwischensprints auf der 9. Etappe die Straße kreuzte und dadurch Colbrelli fast in die Leitplanke gedrängt hat. Die Kommentatoren sind immer noch ratlos, warum die Rennkommissare keine Maßnahmen ergriffen haben.

Wenn Cavendish es nicht rechtzeitig über die Berge schafft, könnte jeder dieser Fahrer das Grüne Trikot gewinnen. Das Rennen war sehr schnell und sehr hart, und die Kollateralschäden waren enorm. Es kann also noch alles passieren. Aber von den Anwärtern auf das Grüne Trikot hat neben Cavendish Colbrelli am stärksten ausgesehen.